Der "Merkel-Plan", auf den man in der Ukraine hofft wie 1948 in Deutschland auf den "Marshal-Plan", käme viel zu früh. Das Land ist in einem so desolaten Zustand, dass kostenlose Warenlieferungen oder direkte Finanzhilfen in gleich welcher Höhe kaum Hebelwirkung entfalten könnten. Erst vor wenigen Tagen haben Ukraines Wirtschaftminister und die Korruptionsbeauftragte vor den Verhältnissen kapituliert.Beide sind zurückgetreten. Wo Korruption wuchert und Verwaltungen nicht funktionieren, versickert jede Hilfe. Beispiel Afghanistan: Seit vielen Jahren fließen jährlich zweistellige Milliardenbeträge in das kleine Land. Ergebnis: null.

Die Probleme der Ukraine sind vergleichbar mit denen Bulgariens: Dort grassieren auch sieben Jahre nach dem EU-Eintritt und Milliardenhilfen Korruption und Vetternwirtschaft. Eine EU, die in Bulgarien scheitert, hat nicht die Kraft, ein großes Land wie die Ukraine zu entwickeln. Merkel sollte den Ukrainern nicht zu viel Hoffnung machen.