Immer lauter ist in den vergangenen Monaten in der Berliner SPD darüber nachgedacht worden, wie die Nachfolge von Klaus Wowereit organisiert werden könne. Raed Saleh oder der farblose Parteivorsitzende Jan Stöß hätten weniger Chancen auf das Amt gehabt, wenn sie zur Wahl 2016 als unbekannter Spitzenkandidat angetreten wären. Jetzt wird einer Regierender Bürgermeister. Vermutlich Stöß. Für Wowereit wäre nur die Eröffnung des Flughafens ein Grund gewesen, länger im Amt zu bleiben. Aber die wird vor der Wahl nicht mehr stattfinden. Sicher hat die Partei ihren geschwächten Silberrücken, dem sie schon bei der Wahl von Stöß die Gefolgschaft versagt hatte, ein wenig geschubst.

Aber der Termin ist gut gewählt: Wowereit kann die Olympiabewerbung noch auf den Weg bringen und im Dezember vermutlich einen Termin für die BER-Eröffnung verkünden. Jetzt ist der Druck für ihn erst einmal weg. Die Berliner werden angesichts der Alternativen wieder anfangen, ihn lieb zu haben.