Das Signal von Berlin wird ankommen bis weit hinter Tirana und Skopje: Die EU steht zu einem ihrer Kernprojekte, den Ländern des Westbalkans eine europäische Perspektive zu bieten. Nicht übermorgen schon werden Bosnien-Herzegowina oder das Kosovo Mitglieder im Brüsseler Klub sein, aber der Weg dahin ist vorgezeichnet. Auch hat die magnetisierende Wirkung, die Europa noch vor zehn Jahren auf den Westbalkan ausstrahlte, deutlich nachgelassen. Aber eine Zukunft innerhalb der Europäischen Union ist und bleibt die Friedensdividende, die die leidgeprüften Menschen in den ex-jugoslawischen Republiken einfahren können.

Der Balkan zeigt, wie eine von Brüssel forcierte Nachbarschaftspolitik funktionieren kann: Wenn nämlich der regionale und kulturelle Rahmen für eine Assoziierung angemessen ist. Genau das ist weiter östlich nicht der Fall, in der Ukraine, in Weißrussland oder auch in Georgien. Eine Fehlkalkulation, die sich in der Ukraine furchtbar rächt.