Oben fast alles klar, unten fast alles offen - so ist die Konstellation vor der Landtagswahl in Sachsen. Die CDU wird - egal, ob allein oder mit einem Junior-Partner - die Macht behaupten. Für die bisher mitregierende FDP geht es jedoch um die nackte Existenz. Würde sie in Dresden von der parlamentarischen Bildfläche verschwinden, wäre das ein verheerendes bundesweites Signal für die Liberalen.

Die Traditionspartei kämpft schon schwer mit ihrer Nichtanwesenheit im Bundestag. Die Appelle und Kommentare des Vorsitzenden Christian Lindner schwirren zwar durch den medialen Kosmos, richtig ernst nimmt sie aber niemand. Um den Niedergang aufzuhalten, müsste in Sachsen wenigstens die Parlamentspräsenz erhalten bleiben. Danach sieht es trotz des verbissenen Kampfes der Landes-FDP um den großtuerischen Chef Holger Zastrow nicht aus. Käme statt der FDP ausgerechnet die intolerante AfD in den Landtag, wäre das ein neuer Tiefpunkt für den Liberalismus in Deutschland.