Kommen Besucher über den Hauptbahnhof nach Magdeburg und gehen in Richtung Hundertwasserhaus, blicken sie zunächst auf einen heruntergekommenen Großparkplatz. Wer hätte wohl im Herbst 1989 vermutet, dass es dort 25 Jahre später schlimmer aussieht, als zu DDR-Zeiten? Wohl kaum jemand.

In Magdeburg, einer bürgerfreundlichen, grünen und offenen Stadt, wo seit der Wende so viel neu entstanden ist, klaffen immer noch große städtebauliche Wunden. Die Plattenbau-Ruine "Blauer Bock" an der Ernst-Reuter-Allee ist die berühmteste. Zwischen der Elbeschwimmhalle und der sozialistischen Bummelmeile "Nordabschnitt" gibt es ein großes Nichts. Und eben auch der alte Busbahnhof-Platz ist so eine graue Freifläche. Die Magdeburger übersehen die hässlichen Ecken ihrer Stadt - weil sie sich daran gewöhnt haben. Nur wenn die Besucher fragen: "Was ist das denn da?", werden sie schmerzlich daran erinnert, dass die Stadt Magdeburg nicht ganz zu Unrecht den Ruf hat, den sie hat.