Der Ukraine-Krieg ist reich an militärischen und demagogischen Absonderlichkeiten. Zu letzteren gehört das vom ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk propagierte Projekt einer rund 2000 km langen Schutzmauer an der russischen Grenze. Die Ukraine steht im Krieg und ist so gut wie pleite. In dieser Lage will der Premier 100 Millionen Euro vermauern, statt sich darum zu kümmern, dass seine Landsleute im Winter ausreichend Gas zum Heizen haben. Ganz abgesehen davon, dass Teile der Grenze gar nicht mehr von Kiew kontrolliert werden.

Immerhin könnten die Mauerplaner beim Know-how auf ostdeutsche Erfahrungen zurückgreifen, bei Veteranen der Grenztruppen etwa. Allerdings gehört zu deren Mauererfahrung auch, dass selbst die raffinierteste Sperranlage irgendwann vom Volk durchlöchert werden kann. Aber bitte, baut nur eine Mauer: Damit die Holzköpfe, die es auf russischer und ukrainischer Seite gibt, sich daran den Schädel einrennen.