Wer als Lehrer in Sachsen-Anhalt anfangen möchte, hat eigentlich gute Karten. Fast alle Bewerber haben einen Referendariatsplatz bekommen. Doch das gilt nicht für die Schulform mit den meisten Lehrern und dem größten Prestige: das Gymnasium. 700 Bewerber kommen auf 50 Plätze - ein krasses Missverhältnis. Es besteht seit Jahren. Und es greift tief in die Lebensläufe junger Menschen ein. Wer gut ausgebildet und mit Idealismus von der Universität kommt, wird ausgebremst und durch jahrelanges Jobben als Kellnerin oder Erzieher frustriert.

Natürlich hat niemand ein Anrecht auf einen bestimmten Ausbildungsplatz. Das Land muss die Bewerber einstellen, die es eben braucht. Doch hier liegt das Problem: Nötig hätte Sachsen-Anhalt den Einsatz junger, engagierter Nachwuchslehrer schon. Viele Gymnasien wissen nicht, wie sie kranke Pädagogen ersetzen sollen. Dieser Widerspruch frustriert die Lehrer im Wartestand zu recht.