Sachsen-Anhalts Polder-Plan ist eine Zäsur im Hochwasserschutz. Die Weichen werden neu gestellt: Weg vom puren Deicherhöhungsbau und hin zu mehr Überflutungsflächen. Die Richtung stimmt.

2002, 2006, 2011, 2013 - viermal in kürzester Zeit rollten schwerste Flutwellen auch nach Sachsen-Anhalt. An den Auswirkungen war nicht allein der Regen schuld. Die Menschen, die am Fluss arbeiten und wohnen, haben ihm in den vergangenen Jahrzehnten viel Platz weggenommen. Fachleute haben schon lange gefordert, Elbe, Saale und Weißer Elster wieder mehr Raum zu geben. Das ist keine Auen-Lyrik, das ist höchst praktikabler Hochwasserschutz. Die Schockwellen des extrem Hochwassers 2013 haben auch die letzten Zweifler erreicht. In der Landespolitik scheint der Weg frei. Nun sind Anrainer, Landwirte und Verbände gefragt. Jeder Euro, der in Polder und rückverlegte Deiche fließt, erspart uns künftig viel Geld und Tränen. Die nächste Flut kommt bestimmt.