Deutsche Außenpolitik ist zuverlässig, die Bundeswehr aber nur bedingt einsatzfähig. Während Verteidigungsministerin von der Leyen nach kurzem Flug im Irak landen kann, hängen zeitgleich deutsche Fallschirmjäger, die eigentlich vor ihr dort ankommen sollten, in Bulgarien fest, weil ihre Transportmaschine defekt ist. Traurig, aber wahr: Die Armee ist kaputtgespart worden.

Schuld sind die Folgen der Nachwende-Euphorie. Nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums glaubte der Westen, dass nun auf lange Sicht Frieden herrschen würde. Die Armeen wurden abgespeckt, die Etats fürs Militär gekürzt, hierzulande sogar die Wehrpflicht abgeschafft.

Deutschland erreicht nicht einmal die Nato-Vorgaben: Statt 2 Prozent gibt es mit knapp 33 Milliarden Euro nur 1,3 Prozent für die Verteidigung aus. Und nun, in neuen Krisenzeiten (Ukraine und IS-Bedrohung), ist die Bundeswehr nicht mehr einsatzbereit. Ein Versäumnis, das schnellstens beseitigt werden muss. Kitas und Arbeitszeitverkürzung, die sich von der Leyen für die Truppe wünscht, helfen dabei nicht.