Der Koalitionspoker in Thüringen wird immer spannender. Wohin treibt es die SPD? Gibt es ein rot-rot-grünes Bündnis? Oder doch eine Fortführung der Koalition mit der CDU? Beide möglichen Regierungsallianzen haben im Landtag eine Mehrheit von nur einer Stimme. Beide sind also mit sehr großen Unsicherheiten behaftet.

Die risikoreichere Variante ist wohl Rot-Rot-Grün. Damit würde Thüringen zum politischen Experimentierfeld. Denn in einem solchen Dreier-Bündnis käme mit Bodo Ramelow erstmals ein Linken-Politiker ins Ministerpräsidenten-Amt. Dieser politische Dammbruch dürfte den Start der neuen Regierung erheblich erschweren.

Doch SPD-Verhandlungsführer Andreas Bausewein zeigt viel Sympathie für Rot-Rot-Grün. Und die Linke bewegt sich: Sie erkennt an, dass die DDR eine Diktatur und ein Unrechtsstaat war. Damit hat sie in den Sondierungsgesprächen eine wichtige Hürde weggeräumt. Ramelow will mit wenig Ideologie und viel Pragmatismus an die Macht. Es könnte ihm gelingen.