Wer mit Freiheit und Demokratie schon einmal in Berührung gekommen ist, will sie nicht mehr missen. Insofern sind die Proteste in Hongkong gegen die diktatorische Führung in Peking zutiefst verständlich. Nur bewirken werden sie vorerst nichts.

Denn die chinesische Regierung kann und will es sich nicht mehr leisten, einem Teil der Bevölkerung mehr Rechte zuzubilligen als dem Rest. Sie fürchtet, freie Wahlen in Hongkong könnten den bislang kleinen Demokratie-Bewegungen im Reich der Mitte großen Schwung verleihen.

Und so lange Chinas Wirtschaft weiter wächst, wird es der Führung in Peking auch gelingen, ihre autoritäre Herrschaft zu behaupten - notfalls eben mit Gewalt. Erst wenn sich das starke Wachstum eines Tages mal richtig abschwächen sollte und die Bürger nicht mehr mit Zugewinnen an Lebensqualität ruhiggestellt werden können, müsste sich die Regierung wohl zu demokratischen Reformen durchringen.