Keine Frage, viel erreicht hat der Westen in Afghanistan nicht. Die Taliban terrorisieren noch immer Teile des Landes, und vielerorts leben die Menschen weiterhin in Armut. Zudem hat sich die Korruption schneller im Land ausgebreitet als die Idee von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Um so wichtiger ist es, dass die Nato-Staaten Land und Leute jetzt nicht einfach ihrem Schicksal überlassen, sondern der afghanischen Regierung weitere zwei Jahre helfen, eine Armee aufzubauen, die zumindest Ordnung und Sicherheit herstellen kann. Denn der berühmte Satz des früheren Verteidigungsministers Peter Struck (SPD) gilt weiterhin: Die Sicherheit Deutschlands (und die des Westens) wird am Hindukusch verteidigt. Neuerdings übrigens auch in Syrien und im Irak. Das ist nämlich die unbequeme Lehre, die sich aus den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ziehen lässt: Scheitert ein Staat, können sich Verbrecher breitmachen und von dort aus die Welt terrorisieren.