Sachsen-Anhalt hat 2009 eines der schärfsten Landesgesetze bekommen, was den Umgang mit bissigen Hunden regelt. Wirklich schlimme Vorfälle, die für Schlagzeilen sorgen, sind tatsächlich spürbar zurückgegangen. Die "normale" Beißerei nicht, die nur kleinere Blessuren zur Folge hat. Die gab es und wird es immer geben, solange es Hunde gibt. Das Problem am "Kampfhundegesetz" ist, dass es diesen Unterschied kaum macht. Und es fragt auch nicht nach dem Verursacher einer Auseinandersetzung. Schuld haben immer beide.

Das geht so nicht, finden nicht nur betroffene Hundehalter, sondern auch kommunale Behörden, die das Gesetz vor Ort anwenden müssen. Was auch nicht geht, ist, dass das Innenministerium den Evaluierungsvorschlag des Gesetzes - Voraussetzung einer Änderung im Landtag - mittlerweile seit zehn Monaten aussitzt. Will da vielleicht ein CDU-Minister seiner Partei Munition für den kommenden Wahlkampf aufsparen? Mit Sicherheitsthemen lässt sich vortrefflich einfach beim Wählervolk punkten - mit Ausnahme der Hundehalter. Sachsen-Anhalt