Es ist wie aus einem anderen Grünen-Zeitalter: Vor 15 Jahren noch wurde Joschka Fischer mit einem Farbbeutel beworfen, weil er für den Nato-Einsatz in Ex-Jugoslawien warb. Heute hinkt die Partei bei Kriegseinsätzen nicht hinterher, sondern bildet die Vorhut. Pazifismus als grünes Leitthema - das war einmal. Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt marschiert sogar der Bundesregierung davon, wenn sie im Kampf gegen das Kalifat in Syrien und Irak den Einsatz von deutschen Bodentruppen fordert.

Richtig ist, dass ohne eine breite Allianz mit einem robusten UN-Mandat den islamistischen Kriegern nicht beizukommen sein wird. Doch vorschnell mit deutschen Soldaten zu hantieren verbietet sich, da deren Eignung für diesen Einsatz in Frage steht. Macht nichts, Hauptsache die Richtung der Ansage stimmt - immer weiter in die bürgerliche Mitte hinein. Mit ihrer wilden Kampfentschlossenheit wirbt Göring-Eckardt so indirekt für schwarz-grüne Bündnisse.