Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zögert schon seit Jahren auf sehr geschickte Weise die Gründung eines Palästinenser-Staates heraus. Er verweist stets darauf, dass die Palästinenser nicht bereit seien, ein Friedensabkommen auszuhandeln, stellt aber selbst provokante Bedingungen auf, die die arabischen Nachbarn kaum erfüllen können. So verlangt Netanjahu von ihnen unter anderem, Israel nicht nur als Staat, sondern als jüdischen Staat anzuerkennen.

Das Motiv ist klar: Netanjahu hat schlicht kein Interesse daran, dass die Palästinenser ihre Heimat unabhängig regieren. Er und seine Parteistrategen träumen von einer Ein-Staaten-Lösung und fördern deshalb auch den nach internationalem Recht illegalen Ausbau jüdischer Siedlungen im Westjordanland.

Abstimmungen wie in Großbritannien erinnern Netanjahu aber nun daran, dass die Palästinenser zweifellos ein Recht auf einen eigenen Staat haben, weil das Heilige Land auch ihre Heimat ist. Netanjahu sollte sich daher von seinem Traum langsam verabschieden.