PRO
Das geplante Bündnis in Thüringen ist keine Traumkombination, sondern eine Zweckgemeinschaft. Über ihren Schatten springen müssen alle drei Parteien. Die SPD hat dabei die meisten Hürden zu überwinden. Da ist die SED-Nachfolge, die wie Pech an der Linkspartei klebt, und da ist der Verzicht auf das Ministerpräsidentenamt. Auch die Grünen, wie die Sozialdemokraten aus der Bürgerbewegung kommend, tun sich mit der Linken-Vergangenheit schwer. Die Linkspartei schließlich musste sich dazu bekennen, dass die DDR ein Unrechtsstaat war. Allseits hat letztlich Pragmatismus über ideologische Scheuklappen gesiegt.

Die drei Parteien wollen nach fast einem Vierteljahrhundert die zementiert scheinende CDU-Herrschaft in Thüringen aufbrechen. Der Wähler hat dafür keine andere Möglichkeit als Rot-Rot-Grün gelassen. Sollte das Mitte-Links-Bündnis mit einem sozialen Politikansatz erfolgreich sein, wäre es eine Option für andere Ost-Länder und den Bund.