Nichts steht in Magdeburg symbolhafter für den Stadtumbau als der Blaue Bock. Wie ein Furunkel im immer schöner werdenden Gesicht der Magdeburger Innenstadt sticht er heraus, als wollte er sagen: Leute, es gibt noch was zu tun. Dass der hässliche Plattenbau nun verschwindet, ist ebenso symbolhaft. Nach unzähligen gescheiterten Versuchen macht ein Bündnis aus lokalen Akteuren einen Neustart möglich.

Das Projekt bietet zugleich wohl letztmals die Chance, Magdeburgs Zentrum zu stärken. Eine echte Flaniermeile sucht man in der City trotz eines guten Geschäftsangebotes noch vergebens. Der Neubau bietet die Möglichkeit, einen zentralen Anlaufpunkt flankiert von Karstadt, Altem Markt, Allee-Center und Ulrichhaus zu schaffen. Nach der Freude über den Verkauf stehen Eigentümer und Stadt nun in der schweren und selbst gewählten Verantwortung, eine vertretbar finanzierbare und zugleich aus Sicht der Elbestädter akzeptable neue Magdeburger Mitte zu erfinden.