Dieter Nuhr fühlt sich bedroht. Im Interview mit der "Welt am Sonntag" sagt der Kabarettist: "Zum ersten Mal seit 1945 muss man aufpassen, was man sagt." Harte Töne. Vor seinem Auftritt in Osnabrück demonstrierte eine Gruppe Muslime gegen sein "islamfeindliches" Programm. Hinzu kommt eine Anklage wegen Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft.

Radikale Muslime, Salafisten oder der IS - gefühlt wird die Bedrohung durch Islamisten immer größer. Der Umgang damit ist vielleicht eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Denn radikaler Islamismus ist kein juristisches oder politisches Problem, es ist ein gesellschaftliches. Zwei Fehler aber dürfen nicht gemacht werden: Das Problem ignorieren oder den Radikalismus mit Radikalismus bekämpfen. Vielmehr muss eine aufgeklärte und tolerante Gesellschaft selbstbewusst die eigenen Werte vertreten. So wie es auch Kabarettist Dieter Nuhr tut: Besonnen, aber klar.