Sachsen-Anhalts Linke, die sich in den zurückliegenden Monaten oftmals mehr mit sich als mit dem politischen Gegner befassen musste, hat durch die politische Entwicklung in Thüringen viel Auftrieb erhalten. Beim Landesparteitag in Quedlinburg untermauerten die Spitzenpolitiker jedenfalls mit starken Worten den Anspruch, nach der Landtagswahl 2016 in die Regierung zu kommen.

Rot-Rot-Grün ist auch in Sachsen-Anhalt eine mögliche Variante. Ein Beleg dafür ist, dass Grünen-Landeschefin Cornelia Lüddemann und der SPD-Vize-Landeschef Andrej Stephan Gäste beim Parteitag waren. Die weitere Entwicklung in Thüringen wird großen Einfluss darauf haben, wie es 2016 in Sachsen-Anhalt läuft. Wulf Gallert, der im nächsten Jahr erneut zum Spitzenkandidaten gewählt werden dürfte, hat schon jetzt erklärt, von den Linken müsse die Bereitschaft zu Kompromissen ausgehen. Das ist ein deutliches Signal an SPD und Grüne. An der Unrechtsstaat-Frage jedenfalls dürfte Rot-Rot-Grün nicht scheitern.