Altgediente Professoren sehen derlei mit Grausen: Da scheitert eine Studentin gleich dreimal an einer Klausur. Dann kommt sie mit ihrem Anwalt - und darf die verhauene Prüfung noch ein weiteres Mal schreiben. Ist das gerecht? Oder können sich Uni-Versager mit viel Geld und anwaltlichem Beistand den Weg zum erhofften Abschluss freirempeln?

So weit ist es noch nicht. Tatsächlich ist es das gute Recht eines jeden, sich gegen unfaire Benotung zu wehren. Es geht ja um viel: Ein Hochschulabschluss ist die entscheidende Weiche für den weiteren Lebensweg. Problematisch wird es, wenn der Gang zum Gericht überhand nimmt. Auf massenhaft anfallende Klagen sind die Hochschulen nicht vorbereitet. Zu befürchten ist, dass sie außergerichtlichen Einigungen vorschnell zustimmen, um Prozesse zu vermeiden.

Im Regelfall gilt für Studenten: Jede Minute, die sie in das Lernen vor einer Prüfung stecken, ist besser investiert als alle Zeit für juristischen Streit danach.