Viele Maßnahmen, die Ministerin Ursula von der Leyen angekündigt hat, sind längst überfällig. Aber sie reichen nicht, um die Bundeswehr zu einem attraktiven Arbeitgeber zu machen. Junge Menschen würden höhere Belastungen in Kauf nehmen für Aufgaben, die sinnvoll sind und eine hohe gesellschaftliche Anerkennung garantieren. Beides kann der Arbeitgeber Bundeswehr aber nur bedingt bieten.

Der Afghanistan-Einsatz war zwar wichtig für Deutschlands internationale Rolle. Die Präsenz der Truppen selbst war aber weitgehend nutzlos. Da wiegt es umso schwerer, wenn der Rückhalt für die Truppe in der Gesellschaft fehlt. Die meisten Parteien haben ein gespaltenes Verhältnis zum Militär. Schulen und Universitäten verweigern Bundeswehrangehörigen den Zutritt. Wer heute in Uniform durch Berlin geht, ist regelmäßig Anfeindungen ausgesetzt. Hinzu kommt der Imageschaden durch Technik-Pannen. Es ist leicht ein paar Zulagen zu erhöhen. Die eigentlichen Aufgaben sind damit nicht erledigt.