Nach dem Minsker Abkommen sah alles so aus, als würde der Krieg in der Ukraine beendet werden. Russland begnügt sich mit der Kontrolle der eroberten Gebiete. Die Ukraine gibt sie vorerst verloren, weil keine Chance besteht, die Separatisten gegen den Willen Russlands zur Aufgabe zu bewegen. Ein eingefrorener Konflikt. Aber das Abkommen wird mehr und mehr ausgehöhlt.

Mit den Pseudo-Wahlen, die eine eigene Republik begründen sollen, geht Russland wieder einen Schritt weiter. Ein Verstoß gegen das Abkommen. Unklar ist, welche Partei verhindert, dass eine Pufferzone eingerichtet wird. Auch das ist Teil des Abkommens. Fest steht, dass Russland beginnt, seinen Brückenkopf in der Ukraine zu befestigen und die Situation dort zu konsolidieren. Aber reicht ihnen das Gebiet? Auf der anderen Seite hat die Wahl in der Ukraine die Stellung von Arsenij Jazenjuk gestärkt. Und der gilt, anders als der pragmatische Präsident, als Krieger. Die Krise ist noch nicht beendet.Politik