Es gab keine Meinungsfreiheit, keine freien Wahlen, keine Reisefreiheit, kein Streikrecht . Auch ein Verfassungsgericht existierte nicht. Ja mehr noch: Es war in der DDR überhaupt nie vorgesehen, das Gerichte auf oberster Ebene Beschlüsse der SED hätten korrigieren können. Recht hatte die Partei, und zwar immer, gleich, was in Gesetzen stand. Insofern ist es legitim, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen. Es ist aber auch verständlich, wenn wie im aktuellen Sachsen-Anhalt-Monitor eine Mehrheit das nicht unterschreibt - nicht, weil sie das System gar nicht so schlimm fand, sondern weil sie mit dem Begriff ihr gesamtes Leben niedergemacht sehen.

Bei allem Streit darüber bleibt eine beruhigende Erkenntnis aus der Umfrage: Eine Mehrheit blickt mit klarem Kopf auf das Gewesene. Der Sozialismus in den Farben der DDR ist tot und wird nicht wieder auferstehen. Weil er die Menschen eben nicht befreite, wie er es einst verhieß, sondern weil er sie an die Kette legte.