Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer steckt in der Sackgasse. Die deutschen Netzbetreiber haben ihm noch einmal schwarz auf weiß bescheinigt, dass die Stromtrassen vom Norden in den Süden gebaut werden müssen. Jene, die von Sachsen-Anhalt nach Bayern führen soll, könnte sogar noch größer und länger ausfallen als ohnehin geplant.

Seehofer hat nun das Pro-blem, dass er zuletzt lauthals verkündet hatte, dass mit ihm kein solcher Netzausbau kommt. Dabei kann er sich seine Blockadehaltung gar nicht leisten. Sie hätte nämlich zur Folge, dass in Deutschland ein Strompreisgefälle entstünde. Während Strom im Norden aufgrund des Überangebotes immer günstiger zu haben wäre, würden die Preise im Süden wegen drohender Unterversorgung massiv steigen. Experten zufolge könnte sich ein Preisgefälle von 30 Prozent ergeben. Es wäre eine teure Rechnung für Bayern.

Seehofer muss wohl nun leiser treten und darauf hoffen, dass die bayrischen Stammtische seine früheren Parolen schnell vergessen.