In Brandenburg ist für Rot-Rot alles wie am Schnürchen gelaufen. Die Verhandlungen verliefen im Sauseschritt. Und nun wurde auch die letzte Hürde mit großer Leichtigkeit genommen: Allen Unkenrufen zum Trotz demonstrierten Sozialdemokraten und Linke große Geschlossenheit und wählten Dietmar Woidke (SPD) diszipliniert gleich im ersten Wahlgang zum Ministerpräsidenten.

Doch mit der Harmonie im Potsdamer Prima-Klima-Club könnte es bald vorbei sein. Denn Woidke hat mit SPD-Innenminister Karl-Heinz Schröter einen Mann in sein Kabinett geholt, der bei den Linken sehr umstritten ist. Als Landrat von Oberhavel wurde er als Vertreter einer harten Linie in der Flüchtlingspolitik bekannt. Die Linke hält seine Asylpolitik schlichtweg für "unsäglich". Und auch die geplante Kreisgebietsreform birgt viel Sprengstoff für Rot-Rot.

Die Linke, die bei der Landtagswahl um satte acht Prozentpunkte auf 18,6 Prozent abgeschmiert war, muss sich bei ihren Anhängern profilieren. Der eher konservative SPD-Innenminister kommt ihr da gerade recht.