Natürlich macht ein munterer und offensiver linker SPD-Flügel Sigmar Gabriel momentan weder die Parteiführung noch die Vizekanzlerschaft in Berlin leichter. Doch auf mittlere Sicht können daraus handfeste Vorteile für die Sozialdemokraten und ihren Chef erwachsen. Die "Magdeburger Plattform" ist ein Baustein auf dem Weg zu neuen Mehrheiten nach der Bundestagswahl 2017. Die SPD-Linken sind am ehesten dazu in der Lage, die noch bestehenden Wälle zur Linkspartei hin einzureißen.

Vorausgesetzt, die Sozialdemokraten zerlegen sich nicht in einem neuen, quälenden Richtungsstreit - bei der Spannbreite zwischen Linken und Seeheimer Kreis in der Partei nie ausgeschlossen. Der große Zuspruch zur neuen Plattform zeigt allerdings, dass viele in der SPD die Große Koalition als einen politischen Karzer empfinden, aus dem sie nur allzu schnell entkommen wollen. Das schweißt zusammen. Die Frage ist nur, wie eng und wie lange.