Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Im Konflikt zwischen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wäre dieser Dritte eigentlich die Eisenbahnergewerkschaft EVG. Die freut sich aber ganz und gar nicht. Sollte sich die Bahn mit der GDL auf einen anderen Tarifvertrag einigen, als mit der EVG, wird letztere streiken. So droht es EVG-Chef Alexander Kirchner an.

Es ist wahrlich schwer, in diesem Streit den Überblick zu behalten oder zwischen "gut" und "böse" zu trennen. Wobei GDL-Boss Claus Weselsky die Rolle des Bösen in den vergangenen Wochen ganz gut ausgefüllt hat. Doch der Konflikt zwischen den Gewerkschaften schwelt seit Jahren - auch wegen persönlicher Abneigungen der Vorsitzenden. Damit aber schaden sie dem Ansehen ihrer Gewerkschaften und ihrer Mitglieder. Ebenso wichtig wie Verhandlungen mit der Bahn wären also auch Gespräche miteinander. Ganz nach dem Gewerkschaftsmotto: Gemeinsam sind wir stark.