Der fleischlose "Veggie Day" ist vom Tisch, Waffenlieferungen in Krisengebiete sind nicht mehr kategorisch ausgeschlossen - das sind überraschende Töne, die die Grünen auf ihrem Parteitag verkündet haben. Doch um 2017 in der Bundesregierung landen zu können, dürfte diese programmatische Kosmetik zu gering ausgefallen sein.

Denn selbst wenn es gelingen sollte, dass die Grünen ihr Image als "Verbotspartei" loswerden - das allein treibt den Wähler nicht zur Urne. Erstens wirkt die Partei inhaltlich oft planlos. Mal ist sie für höhere Steuern, dann wieder dagegen. Zweitens: Die Grünen sind wenig berechenbar. Mal verhelfen sie der SPD zur Macht, gerade versucht es die Partei auch mit der CDU (Hessen) und dem Experiment Rot-Rot-Grün (Thüringen).

Viele Wähler wollen vor allem Verlässlichkeit. Daran muss die Partei arbeiten. Naheliegend wäre ein konsequenter Weg in die politische Mitte. Die SPD will stärker nach links, die FDP ist bedeutungslos - in der Mitte ist Platz, der mit Inhalten gefüllt werden muss. Der Waffenlieferungs-Beschluss ist ein erster Schritt in diese Richtung.