Das Münchner Ifo-Institut spricht plötzlich wieder von einer sich aufhellenden Stimmung in den Unternehmensetagen. Und das, nachdem die führenden Wirtschaftsinstitute Deutschlands Wirtschaft seit Monaten in die Krise geredet haben. Zuletzt haben die fünf Wirtschaftsweisen die Konjunkturaussichten für 2015 nach unten korrigiert.

Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Die Exporte erreichen in diesem Jahr Rekordniveau - trotz Auftragseinbruchs wegen der Ukraine-Krise und Russland-Sanktionen. Der Arbeitsmarkt ist mit einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent robust, die Beschäftigtenzahlen liegen auf Rekordniveau. Die Leute geben ihr Geld aus und treiben die Wirtschaft an. Und nicht zuletzt sind die Steuereinnahmen so hoch wie nie.

Der gesunde Menschenverstand fragt, wo hier die Krise ist. Die Frage ist vielmehr zu stellen, ob die Wirtschaftsinstitute ihr Geld wert sind. Die wahre Krise, den Beinahe-Zusammenbruch des Finanzsystems der westlichen Welt vor sechs Jahren, haben sie jedenfalls nicht vorausgesagt.