Dass vielen Patienten in Pflegeheimen eine jammervolle Zahngesundheit bescheinigt wird, verbessert wahrlich nicht den Ruf dieser Betreuungsstätten. Erschwert wird regelmäßige Zahndiagnostik durch die Immobilität vieler Patienten. Trotzdem sollen Betroffene einen rechtlichen Anspruch auf zahnärztliche Versorgung erhalten. Gut so. So könnte eine Lücke im Betreuungssystem geschlossen werden, andere bleiben.

Problematisch ist jedoch die Forderung der Stiftung Patientenschutz, den Heimen komplett die Facharztversorgung für die Patienten zu überantworten. Wer soll das leisten im täglichen Pflegestress zwischen Brötchen schmieren, Zimmer säubern und Wunden pflegen? Sicher gibt es im Heim den besten Überblick zum individuellen Bedarf an fachärztlicher Behandlung. Doch um tatsächlich medizinische Notwendigkeiten zu erkennen, müsste für jedes Heim ein Arzt angestellt werden. Das kann nur ein frommer Wunsch bleiben.