Die USA sind ein zerrissenes Land. Als Beobachter von außen fragt man sich, wie das Land mit derart großen Widersprüchen leben kann: Weltweiter Verfechter von Demokratie auf der einen Seite, keine Ratifizierung der UN-Kinderrechte auf der anderen Seite. Stärkste Industrienation, aber kein funktionierendes Sozialsystem.

Die USA sind in vielen Punkten nur schwer zu verstehen. Den Rassismus aber gibt es dort wie auch hier. Doch vielmehr als sonst irgendwo gehört die Freiheit des Einzelnen zum Gründungsmythos der USA. Statt gesellschaftliche Debatten zu führen, wie ein gerechteres Zusammenleben möglich sein könnte, geht es allzu oft um die Betonung persönlicher Rechte wie das Führen einer Schusswaffe oder die Verteidigung des eigenen Bodens. Das enorme soziale Gefälle zwischen dem schwarzen und weißen Amerika lässt sich aber nicht individuell lösen. Es ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Der Wille zur Lösung ist derzeit nicht zu erkennen.