Niemand hat offenbar die Absicht, bei der Stasi-Unterlagenbehörde nach 2019 das Licht auszuknipsen. Das wäre bei dem ungebrochenen Interesse an den Akten, mit denen sich Zehntausende Schicksale verknüpfen, auch frevelhaft. Dennoch wird es einschneidende Veränderungen geben. Der finanzielle und personelle Aufwand bei der Aufarbeitung der Unterlagen muss - dann 30 Jahre nach der Wiedervereinigung - heruntergeschraubt werden.

Ein Eckpfeiler, mit dem sich die neue "Böhmer-Kommission" zu beschäftigen hat, ist die Reduzierung der Außenstellen, die eine Expertise von Behörden-Chef Jahn schon vor Monaten ins Spiel gebracht hat. Die Dependancen gibt es bisher in jedem der früheren DDR-Bezirke. Solche Standortentscheidungen - im Falle Sachsen-Anhalts für Halle oder Magdeburg - hätten gravierende Auswirkungen für Service und Arbeitsplätze. Hier sollte nichts übers Knie gebrochen werden, was auch dem Stil Wolfgang Böhmers widerspräche.