Handys können sprechen und Flugzeuge ohne Piloten fliegen. Vor der Technisierung in unserem Lebensumfeld kann sich auch das Lieblingskind der Deutschen nicht dauerhaft verschließen. Tradition hin oder her oder im Fußball. Die bei der Ablehnung im Frühjahr ins Feld geführten Kosten waren ohnehin nicht nachvollziehbar - Beträge im unteren sechsstelligen Bereich sind für die viele Millionen umsetzenden Profi-Vereine ganz sicher zu stemmen. Insofern war das Votum pro Torlinientechnologe keine Überraschung.

In Zukunft werden uns also Wembley- und Phantomtore erspart bleiben. Das mag auf den ersten Blick im Sinne des Sports (und des Geschäfts) sein. An den Stammtischen wird aber eine Vielzahl von Diskussionen verlorengehen. Und der deutsche Fußball verliert mit "Hawk-Eye" seine klare Linie. Selbst in der 2. Liga wird künftig schon mit anderem Maß gemessen, bei den Amateuren ohnehin. Trotzdem: Fortschritt ist eben nicht zu stoppen - auch im Fußball.