Grundsätzlich ist die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns zu begrüßen. Er versetzt Arbeitnehmer nicht nur in die Lage, von ihrer Arbeit halbwegs leben zu können. Er unterbindet auch schädliche Unterbietungswettbewerbe, wie es sie zum Beispiel im Friseurhandwerk bis vor Kurzem gab. Mit dem Mindestlohn haben sich Politik und Gesellschaft nun darauf verständigt, dass Leistungen wieder angemessen bezahlt werden müssen.

Die Kehrseite besteht darin, dass manche Jobs wegfallen und es in einigen Bereichen zu teils starken Preiserhöhungen kommt. Insofern hätte die Politik stärker dafür sorgen müssen, dass jene Branchen, die unter besonders starkem Anpassungsdruck stehen, längere Übergangsregelungen erhalten. Mit neuer Massenarbeitslosigkeit, wie sie manche Mindestlohn-Kritiker herbeireden, ist jedoch trotzdem nicht zu rechnen. Die Wirtschaft entwickelt sich robust und der Mindestlohn sorgt dafür, dass die Kaufkraft steigt und somit neue Jobs entstehen können.