In nur ein bis zwei Jahren soll das Personal von Justizvollzugsanstalten oft das reparieren, was vorher 18 Jahre lang weder Eltern noch die Schule geschafft haben. Die Inhaftierten müssen rund um die Uhr auf das Leben in Freiheit vorbereitet werden, ohne dass sie dort wieder rückfällig werden. Von einer einfachen Bewachung kann deshalb schon lange keine Rede mehr sein. Die Anforderungen sind viel komplexer. Kein einfacher Job also.

Um so ärgerlicher ist es, wenn solche Alarmsignale wie ein hoher Krankenstand mit "Gesundheitstagen" und "Workshops" mehr oder weniger abgehandelt werden. Natürlich zeigen Schließungen von Justizvollzugsanstalten bei den Mitarbeitern Wirkung. Sorgen, die man ernst nehmen muss. Und wenn nicht genug Neue eingestellt werden, wird das Personal eben immer älter und teurer. Nicht ohne Grund hat Niedersachsen mit einem niedrigeren Durchschnittsalter der Bediensteten wesentlich weniger Krankentage. Ob Lehrer, Polizisten oder JVA-Beschäftigte - das Sparen durch fehlende Neueinstellungen kommt als Bumerang zurück.