Die Seehofer-CSU tritt nicht versehentlich in irgendwelche Fettnäpfe. Nein, Prinzip scheint es inzwischen zu sein, diese regelrecht zu suchen, um dann darin ein Vollbad zu nehmen. Obwohl die Christsozialen einem Maut-Debakel längst nicht entronnen sind, wollen sie nun forsch fremde Sprachen aus deutschen Landen verbannen. Und zwar komplett: von Straßen und Plätzen genauso wie aus Küchen und Schlafzimmern.

Weltfremder und kleingeistiger geht es kaum im 21. Jahrhundert. Zumal in einem 80-Millionen-Einwohner-Land, das rund um den Erdball nach Fachpersonal sucht, um seine Wirtschaft auch künftig am Laufen zu halten. Es ist nun mal so, dass Deutsch außerhalb des eigenen Sprachraumes zwischen Bremen, Bern und Bregenz ein Schattendasein führt. Feudale deutsche Regenten waren da schlauer als der gewählte Landesfürst Horst Seehofer: Jeder soll nach seiner Fasson selig werden, beschied schon Friedrich der Große sein Volk.