Der Kultusminister hat eine höchst respektable Vita. Als junger Mann verweigerte Stephan Dorgerloh in der DDR den Dienst an der Kalaschnikow. Er ging zu den Bausoldaten, Ausgrenzung und Benachteiligung nahm er in Kauf. Damit setzte er ein Zeichen für Abrüstung und Frieden in der Zeit der Block-Konfrontation.

Dem Stiften von Frieden fühlt sich Dorgerloh auch heute verpflichtet. Das ist höchst lobenswert. Die Vorgaben, die er den Schulen zum Umgang mit der Bundeswehr macht, tun diesem Ziel indes keinen Gefallen. Sie atmen einen Geist des Misstrauens gegen Soldaten, die doch einer Demokratie dienen. Die NVA ist längst besiegt. Nun wirkt es, als wollte Dorgerloh seinen Widerstand am falschen Objekt fortsetzen. Dabei verwischen die Unterschiede zwischen einer Armee, die Jugendliche nach Belieben indoktrinieren konnte, und den Streitkräften eines frei gewählten Parlaments. Es wäre wünschenswert, wenn Dorgerloh diesen Unterschied deutlich ansprechen würde.