Katrin Budde ist die unangefochtene Nummer 1 der SPD. Der angekündigte Rückzug von Partei-Schwergewicht Jens Bullerjahn aus Parlament und Parteipolitik macht dies noch deutlicher. Die wichtigste Entscheidung ist trotz ihrer Bemühungen, sie offenzuhalten, deswegen bereits getroffen: Mit ihr wird es keine Beteiligung an einer Linke-dominierten Regierung geben. Denn falls die SPD-Mitglieder im Land je für ein Thüringer Modell stimmen würden, müsste sie als Parteivorsitzende zurücktreten. Zu unverhohlen hat sie ihre persönlichen Bedenken dagegen geäußert und zu häufig betont, dass sie dafür keine Mehrheit in ihrer Partei sieht. Die Partei würde sich selbst enthaupten, wenn sie die Thüringer Option ziehen würde. Denn wer sollte die Entscheidung glaubwürdig umsetzen? Und noch eine Entscheidung scheint gefallen zu sein: Kaum vorstellbar, dass Bullerjahn als "König ohne Land" noch einmal Finanzminister unter Budde sein will. Allen seinen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz.