Das griechische Linksbündnis lässt es drauf ankommen: Auch der zweite Versuch, einen neuen griechischen Präsidenten zu wählen, scheiterte an Syriza und Verbündeten. Eine Kabinettsumbildung und vorgezogene Neuwahlen hatte Samaras der Opposition versprochen, wenn sie nur seinem Kandidaten Stavros Dimas auf den Präsidentenstuhl verhelfen würde. Den Gefallen hat ihm Syriza-Führer Alexis Tsipras nicht getan.

Warum auch: Die Chance auf die Machtübernahme war für die radikale Linke nie größer. Geboren in der Krise und über Jahre gespeist vom millionenfachen Protest der Griechen, könnten Tsipras und seine Syriza schon morgen selbst auf den Athener Kommandohöhen sitzen. Zwar gibt es noch einen Urnengang Ende Dezember. Es käme aber einem Wunder gleich, würde Dimas noch gewählt.

Platzt die Präsidentenwahl, wären schon im Januar Neuwahlen fällig. Syriza wähnt sich schon auf der Siegerstraße. Tsipras will den internationalen Geldgebern Paroli bieten, was unweigerlich zu neuen Turbulenzen führen wird. Ob sich die Wähler das mit ihrem Kreuz letztlich selbst antun wollen, ist fraglich.