Außer dem Gefangenenaustausch haben ukrainische Führung und Separatisten nichts erreicht in Minsk. Angesichts der in der Ostukraine heraufziehenden Wintersnot ist das bedrückend wenig. Dass die Gesandten aus den Rebellenrepubliken insbesondere auf Geld aus Kiew dringen, macht deren fatale Lage deutlich: Sie wollen weg von der Ukraine, die ihnen das aber auch noch bezahlen soll.

Russland hat das Interesse an den eigenwilligen Führern und ihren Volksrepubliken merklich verloren. Zwar sind sie Moskau als Stachel im Fleisch der Ukraine nützlich, mehr aber auch nicht. Schon um die eigene Großmachtrolle zu dokumentieren, würde der Kreml sonst weit stärker einsteigen - Wirtschaftskrise hin oder her. Der Ukraine kommt das entgegen. Die Rebellenführer so vom Volk zu trennen, ist sinnvoller als der zermürbende Anti-Terror-Einsatz in der Ostukraine, der nur neues Leid produziert. Doch um die Herzen der Menschen zu erreichen, müsste Kiew die totale Blockade aufgeben.