Der Nato-Einsatz in Afghanistan ist zwar zu Ende, doch der Krieg geht dort weiter. Ob die heimische Armee den Kampf gegen die gemeingefährlichen Taliban gewinnen kann, ist eher fraglich. Die 12 000 verbleibenden Nato-Soldaten, die ausbilden und beraten sollen, werden sie wohl kaum schützen können. Und wenn im neuen Jahr wieder Opfer zu beklagen sind, wird es schnell eine Diskussion um die neue Mission geben.

Zwar hat die Nato über die Jahre die Taliban in die Defensive gedrängt. Doch dass die Terrorgruppe weitermachen will, hat sie bis zuletzt immer wieder gezeigt. Mit Anschlägen und Sebstmordattentaten. Zu befürchten ist, dass diese Gewalt weiter eskaliert.

Für die Bundeswehr war der Einsatz am Hindukusch Neuland. Erstmals in ihrer Geschichte musste sie am Boden kämpfen. Sie ist dabei zu einer schlagkräftigen Einheit gewachsen. Aber sie hat auch erfahren müssen, was ein Kampfeinsatz stets bedeuten kann: Das Töten von unschuldigen Zivilisten.