Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will, dass die Krankenkassen künstliche Befruchtungen wieder voll bezahlen. Dieser (bei Privatversicherten bereits praktizierte) Schritt ist überfällig.

In Deutschland sind etwa sechs Millionen Menschen ungewollt kinderlos. Wer für den Kinderwunsch medizinische Hilfe in Anspruch nimmt, muss häufig enorme Belastungen aushalten: körperliche, psychische und finanzielle. Die Gesellschaft (und damit auch die Krankenkassen) kann diesen Paaren einzig bei letzterem helfen - und sollte dies in größtmöglichem Umfang tun.

Der gesetzliche Rahmen für künstliche Befruchtungen ist in Deutschland glücklicherweise eng. Eizellspende und Leihmutterschaft sind verboten, Altersgrenzen sind einzuhalten. Mütter im Oma-Alter wie in Spanien gibt es nicht. Die finanzielle Förderung ist also auf verantwortungsbewusste Männer und Frauen ausgelegt - das kommt nicht nur den Kindern dieser Eltern, sondern auch unserer Gesellschaft mit ihrer schwindenden Geburtenrate zugute.