Selten hat sich Europa in den vergangenen Monaten so geeint gezeigt wie nach dem Grauen von Paris. Die mörderische Attacke auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" wird von London bis Berlin als ein Angriff auf die offenen europäischen Gesellschaften insgesamt gebrandmarkt. Das Massaker in Frankreichs Hauptstadt zielt darauf, die Pressefreiheit hinzurichten. Zu deren Vielfalt gehören kritische Blätter wie "Charlie Hebdo". Das Magazin steht seit Jahr und Tag im Fokus islamistischer Extremisten. Es wäre aber fatal, für die Schreckenstat Millionen französische Muslime in Kollektivschuld nehmen zu wollen.

Terrorakte schlagen tiefe Wunden, können aber zugleich Solidarität wachrufen. Die scheint verschüttet zu sein, wenn sich europäische Regierungen fortgesetzt überwerfen. Hinter der Trauer um die Toten von Paris verschwinden zumindest für den Moment wirtschaftliche Gegensätze und nationale Befindlichkeiten in Europa.