Sachsen-Anhalt muss wirtschaftlich zwar noch zulegen, um sich mit Bundesländern im Westen messen zu können, doch das ist längst kein Argument mehr, mit dem hiesige Arbeitgeber Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen rechtfertigen können. Die Wirtschaft wächst, es gibt immer mehr Stellen und gleichzeitig immer weniger Fachkräfte.

Das haben auch die Arbeitnehmer begriffen, wie die Beschäftigtenumfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt. Sofern sie fachlich fit sind, müssen sie nicht mehr jeden Job zu jeder noch so schlechten Kondition annehmen. Für Unternehmen bedeutet das, sie müssen mehr bieten, wenn sie gute Leute haben wollen. Und eigentlich galt schon immer: Jene Unternehmen, die angemessen zahlen und vernünftige Arbeitsbedingungen bieten, sind erfolgreicher am Markt unterwegs als jene, die ausnutzen und drangsalieren. Das sollten sich die verbliebenen schwarzen Schafe in Sachsen-Anhalt vergegenwärtigen.