Der Terror von Islamisten gehört nicht in die Kategorie "Kampf der Kulturen". Diesen Terminus hat der US-Politologe Samuel Huntington in seinem gleichnamigen Buch 1996 geprägt. Es war eine Antwort auf die These seines amerikanischen Kollegen Francis Fukuyama. Der hatte vier Jahre zuvor vom "Ende der Geschichte" gesprochen und dafür viel Beifall im Westen erhalten. Seine Prognose: Nach dem Ende des Kalten Krieges sei der Weg frei für die liberale Demokratie als Weltmodell.

Huntington warnte hingegegen vor weiteren Konflikten und behielt (leider) recht. Es gab den Kosovokrieg und nun das gefährliche Säbelrasseln um die Ukraine. Zwischen China und Japan knirscht es mächtig, der Tenno-Staat rüstet auf. Nahost ist weiterhin ein Pulverfass. Für Huntington verlaufen die Konfliktlinien entlang von Wertegemeinschaften - oder Zivilisationen, wie er sie nennt.

Al-Qaida, Islamischer Staat und Boko Haram zu einer Zivilisation aufzuwerten, wäre wahrlich zu viel der Ehre. Diese Gruppen sind Terroristen und Verbrecher, die mit den eigentlichen Werten ihrer Religion (Islam) brechen. Opfer sind vor allem Muslime. Deshalb ist es kein "Kampf der Kulturen". Es ist vielmehr ein Kampf von Unzivilisierten gegen Kulturen - jüdisch, christlich und islamisch.