Magdeburg hat sich den vergangenen Tagen erfolgreich gewehrt. Die Elbestädter haben es nicht zugelassen, dass der 70. Jahrestag des Bombenabwurfs auf die Stadt als ein Tag für Hass und Intoleranz missbraucht wird. Am Freitag und Sonnabend boten sie den Geschichtsverdrehern ganz verschieden die Stirn. Von der Sitzblockade bis zum gestrickten Schal war der Protest so bunt und friedlich, wie sich die Magdeburger ihre Stadt Tag für Tag wünschen.

Auch der unterschwellige Konflikt unter den Demonstranten über die "richtige" Form des Protestes wurde nicht zulasten des gemeinsamen Zieles ausgetragen. Magdeburg hat aufrecht, selbstbewusst und mahnend an die Tragödie vor 70 Jahren erinnert - mit der Meile der Demokratie als Schlusspunkt.

Allerdings darf der Erfolg nicht darüber hinwegtäuschen: Die braune Gefahr ist noch längst nicht gebannt. Demonstrationen können nur aufmerksam machen. Die Ursachen, die Leute nach rechts driften lassen, muss die Gesellschaft beseitigen.