Eine neue Facette seines Innenlebens hat Wissenschaftsminister Hartmut Möllring da offenbart. "Harmoniebedürftig" sei er, sagte er vor Journalisten, ganz bestimmt wolle er den Hochschulen nicht in Details ihrer Arbeit hineinreden. Harmoniebedürftig? Das wäre ein neuer Möllring. Früher, im Landtag von Hannover, ließ er eine verbale Rauferei nur ungern aus. Und jetzt? Am liebsten besuche er Hochschulen, um dort einen Glühwein zu trinken und zu sagen: `Ihr macht das super`, verkündet Möllring treuherzig.

Was nach Frotzelei klingt, hat einen wahren Kern. Mit dem jetzt beschlossenen Hochschulstrukturplan hat Möllring auf eine Steuerung der Hochschulentwicklung weitestgehend verzichtet. Zwar benennt er, wo die Hochschulen kooperieren sollen, wo sie mehr leisten müssen und was sie am besten aufgeben sollten. Er sagt aber auch ziemlich deutlich: Wenn ihr es anders macht, ist es mir auch recht. Hauptsache, die Einsparsumme steht.