Die Bilder vom Flughafen Donezk erinnern an jene aus Sarajevo und Vukovar aus den 1990er Jahren: Es wird erbittert um Ruinen gekämpft. Das Waffenstillstandspapier von Minsk ist nurmehr ein Blatt im Wind. Spätestens seit der jüngsten Massenmobilisierung in der Ukraine ist klar: Kiew will die Entscheidung im Krieg gegen die Separatisten im Osten des Landes erzwingen. Die Gelegenheit scheint günstig. In den abtrünnigen Gebieten herrschen Not und Elend, vom Winter verschärft. Russland als Pate der Separatisten-Republiken hat mit der Wirtschaftskrise im eigenen Land schwer zu kämpfen.

Dabei setzen sich die Ukrainer aber auch über alle Abmachungen mit den Europäern hinweg. Gebetsmühlenartig hatte etwa der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier stets wiederholt, dass eine militärische Lösung ausgeschlossen sei. Ein Blitztreffen der Außenminister soll heute das Schlimmste verhindern. Wenn es dafür nicht schon zu spät ist.