Mit Katrin Budde an der Spitze öffnet sich Sachsen-Anhalts SPD wieder stärker der linken Seite. Machttaktisch ist das nachvollziehbar. Sie will 2016 die ewige Juniorrolle loswerden und nach 14 Jahren wieder den Chefsessel in der Staatskanzlei besetzen.

Will Budde das schaffen, muss sie den Wählern jedoch einen handfesten inhaltlichen Grund für einen Wechsel geben. Ein Projekt, das nur mit Rot-Rot und am besten nur mit ihr an der Spitze umsetzbar ist. Das dürfte schwer werden. Natürlich könnte sie den Anti-Bullerjahn geben. Doch die eigene Finanzpolitik der letzten zehn Jahre zu geißeln, wäre nicht glaubwürdig. Mehr Gemeinschaftsschulen? Mehr Polizisten und Lehrer? Das ist mittlerweile auch alles mit einer CDU machbar.

Liefert Budde kein überzeugendes Konzept, gerät die SPD zwischen die Fronten; dann sind ihr nicht mal 20 Prozent mehr sicher. Denn: Wer eine linke Regierung will, kann gleich die Linke wählen. Und wer das nicht will, darf sich bei der CDU sicher fühlen.