Mit viel Gedöns hat die ARD Ende 2014 die große Box-Bühne verlassen. Der millionenschwere TV-Vertrag mit Sauerland Event wurde nicht verlängert. Nicht einmal einen Monat später ist "Das Erste" im Gewand des MDR durch die Hintertür wieder zurück am Ring und damit im Geschäft. Der regionale Ableger überträgt für zunächst ein Jahr vier Kampfabende des Magdeburger Boxstalls SES.

Promoter Ulf Steinforth sei der Coup gegönnt. Er hat sich die sprudelnde Geldquelle in 15 Jahren harter Arbeit mehr als verdient. Und zunächst einmal ist auch das Ansinnen des MDR, seine eigene Sportstrategie zu verfolgen und sowohl Talenten als auch dem Frauenboxen eine neue Plattform bieten zu wollen, löblich.

Doch dem Ganzen liegt wohl vielmehr ein Sinneswandel der ARD zu Grunde. Dass Boxen nach wie vor ein Quotenbringer ist, kann sie nicht ignorieren. Um also weiter am Tisch zu sitzen, an dem der Kuchen verteilt wird, werden alte Bedenken weggewischt und der MDR neu platziert.